Das Venerische Granulom ist eine Form der Chlamydia. Das Venerische Granulom oder die Nicolas-Favre-Krankheit ist eine sehr ansteckende STI. Sie ist in tropischen Gebieten häufig, im Norden selten. In 2003 tauchten die ersten Fälle in Amsterdam festgestellt und konnten auf sexuelle Aktivitäten in den dortigen Darkrooms zurückverfolgt werden. Seitdem sind weitere Fälle in westlichen Welt diagnostiziert worden. Erste Fälle wurden auch in Zürich und Genf entdeckt.
Beim Venerischen Granulom handelt es sich um die Infektion mit einer besonders aggressiven Form der Chlamydia-Bakterie.
Übertragungswege
Das Venerische Granulom überträgt sich durch Kontakt einer gesunden Schleimhaut mit einer infizierten Schleimhaut (Arsch, Eichel, Mund, Kehle) oder einer infizierten Flüssigkeit (Sperma, Lusttropfen, eitriger Ausfluss aus Schwanz, Arsch oder Mund). Finger, nicht sterilisierte Gegenstände, mit denen schon an einer infizierten Person herumhantiert wurde, können die infizierte Flüssigkeit übertragen.
Die häufigsten Übertragungswege sind:
- Analverkehr ohne Kondom
- Fisten ohne Handschuhe
- gemeinsamer Gebrauch von schlecht gereinigten Sextoys (Dildo, Plugs, Analduschen, etc.)
- Sex mit mehreren Partnern ohne das Kondom, bzw. die Handschuhe zu wechseln
Symptome
1. Stadium
3 – 30 Tage nach der Infektion tauchen an den Bakterieneintrittsorten schmerzlose Geschwüre oder Bläschen auf. Diese Phase kann unbemerkt vorübergehen. (Ausser bei einer Infektion in der Harnröhre, wo diese Veränderungen starke Schmerzen beim Urinieren verursachen)
Nach 10 – 14 Tagen bilden sich diese Geschwüre von selbst zurück. Doch aufgepasst: Das Venerische Granulom heilt nie ohne eine Behandlung!
2. Stadium
Nach 2 – 6 Wochen kommt es zu Lymphknotenentzündungen, meist in der Leistengegend, die Schmerzen und Fieber verursachen. Bei weniger als einem Drittel der Patienten treten Abszesse und eitrige Ausflüsse aus Fisteln auf.
Bei einer Infektion in der Analgegend kommt es zu schmerzhaften Entzündungen mit Blutausfluss und Eiterbildung. Bei einer Infektion in der Harnröhre brennt es beim Urinieren. Infektionen im Mund führen zu anhaltenden Halsschmerzen und Lymphknotenentzündungen am Hals und unter den Achseln.
3. Stadium
Wird das Venerische Granulom nicht behandelt, entwickelt es sich zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem. Chronische Geschwüre und Verschluss der Lymphbahnen können die Folge sein.
Diagnose
Tests reichen von Abstrichen, Urinuntersuchungen bis zu Bluttests.
Da die Symptome des Venerischen Granuloms denen anderer STI, aber auch anderer Infektionen oder Reaktionen auf Medikamenten und bösartigen Tumorbildungen ähneln, ist eine Diagnose nicht immer einfach. Oft bringt erst die Geschichte, die der Patient erzählt, den Arzt auf die richtige Spur. Falls du die genannten Symptome entdeckst, solltest du dich bei der dermatologischen Polyklinik, deinem Arzt oder beim Checkpoint untersuchen lassen.
Behandlung
Bis zur zweiten Phase ist die Behandlung einfach und besteht aus einer 21-tägigen Antibiotikakur. Diese Behandlung immunisiert nicht, kann also eine Neuinfektion nicht verhindern.
In der dritten Phase ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Darauf folgt eine 4 – 6 Wochen dauernde Antibiotikakur. Je nach Fall sind danach noch weitere reparative Operationen notwendig.
Alle Sexpartner der letzten 60 Tagen sollten sich der Behandlung unterziehen.
Prävention
Gegen das Venerische Granulom besteht kein Impfstoff, es findet keine Immunisierung statt und man kann sich somit mehrmals infizieren.
Die besten Präventionsmittel sind:
- Kondome: bei jedem Partner ein neues Kondom benutzen!
- Handschuhe: beim Fisten für jeden Partner neue Handschuhe benützen!
- saubere Sextoys: wenn du Sextoys (Dildo, Plugs, Analduschen, etc.) mit Partnern teilst, müssen die zwischen den Einsätzen rigoros gereinigt werden!
- rigorose Hygiene der Hände
Venerisches Granulom und andere STI
Wie alle anderen STI greift auch das Venerische Granulom die Schleimhäute an und verursacht Blutungen. Dies begünstigt den Eintritt von HIV, Syphilis, Hepatitis und anderen STI in den Organismus.