Herpes ist eine Infektion, die durch das Herpes Simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Es bestehen zwei Typen des Virus: HSV1 und HSV2. Einmal infiziert, bleibt das Virus ein Leben lang im Organismus. Allerdings kann es latent bleiben und über lange Perioden keine Symptome mehr hervorrufen.
95% der Menschen sind Träger des HSV1.
Übertragungswege
Herpes verbreitet sich durch intimen Hautkontakt (Haut, Schleimhaut) mit einer infizierten Person. Meistens übertragt sich das Virus über nicht wahrgenommene Verletzungen, selbst wenn die infizierte Person keinen akuten Ausbruch von Herpessymptomen hat. Eine infizierte Person, die keine Symptome entwickelt und vielleicht selbst nichts von einer Infektion weiss, kann das Virus trotzdem weitergeben.
- Küssen
- Blasen
- Arschlecken oder Analverkehr ohne Kondom
Symptome
Viele Personen, die das Herpesvirus tragen, entwickeln keine Symptome und wissen meist nichts von ihrer Infektion.
Die ersten Symptome sind der Grippe ähnlich: Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Dazu kommen Bläschen im Genital- und Analbereich oder auf den Lippen, der Zunge, im Mund oder in der Kehle. Bei einer Infektion im Genitalbereich treten auch Juckreiz und Schmerzen bei Urinieren auf. Die Bläschen führen zu einer Kruste, die innerhalb von 1 – 3 Wochen heilt.
Nach dem Verschwinden der Symptome der Initialinfektion, kann es zu Juckreiz an den infizierten Körperstellen kommen, was oft einen bevorstehenden, weiteren Schub ankündet. Die Heftigkeit der Ausbrüche und die Zeitabstände, in denen sich die Ausbrüche wiederholen, sind bei jeder Person unterschiedlich. Sie verheilen innerhalb von 3 – 7 Tagen und sind meist weniger schmerzhaft als die Initialinfektion.
Prävention
Kondome und Dental Dams bieten einen gewissen Schutz vor Übertragung bei oralem und analem Sex.
Ausgewogene, gesunde Lebensführung, sowie Stressvermeidung stärkt das Immunsystem gegen eine HPV-Infektion.
Was führt zu einem Herpesschub?
Stress, Sonnenlicht, Krankheit und Fieber, gewisse Nahrungsmittel und Getränke, etwa Erdnüsse und Alkohol
Diagnose
Zur Diagnose wird eine Probe der befallenen Stelle analysiert. Es gibt keinen verlässlichen Bluttest und keine Diagnosemöglichkeit für Personen ohne Symptome.
Behandlung
Es gibt kein Medikament gegen das Herpesvirus. Einmal infiziert ist man lebenslanger Virusträger.
Mit Medikamenten und Pomaden können die Symptome eines Herpesschubes verringert und die Zeitabstände zwischen den Ausbrüchen verlängert werden.
Herpes und HIV
Bei HIV-positiven Personen kann das Herpesvirus zu besonders heftigen Ausbrüchen mit stärkeren und hartnäckigeren Symptomen führen. Bei einem stark geschwächten Immunsystem kann sich das Herpesvirus im gesamten Nervensystem verbreiten und Symptome auf grösseren Hautflächen und auf der Mundschleimhaut verursachen.
Interne Herpesgeschwüre werden durch eine Biopsie diagnostiziert und zwingen meist zum Spitalaufenthalt mit intravenöser Behandlung. Bei HIV-infizierten Personen wird in diesem Falle Herpes als opportunistische Krankheit beurteilt, die die Phase AIDS indiziert.
Wir empfehlen HIV-infizierten Personen, die Träger des Herpesvirus sind, sich mit ihrem Arzt über eine mögliche, tägliche Behandlung zur Vermeidung von Herpesschüben zu beraten.