HIV/AIDS hat den Gebrauch von Präservativen gesellschaftsfähig gemacht. Präservative gibt es aber schon viel länger.
Bereits 1200 v. Chr. sollen sich die alten Ägypter mit Kondomen vor Krankheiten und Infektionen geschützt haben. Minos, König von Kreta soll Kondome aus Ziegenblasen verwendet haben. Viele Materialien wurden im Laufe der Jahrhunderte verwendet und ausprobiert. Schafsdärme und andere, tierische Membranen erwiesen sich als besonders wirkungsvoll.
Im 16. Jahrhundert wurde auch in Wachs getränkter Leinenstoff verwendet. Dr. Condom, Hofarzt bei Charles II. von England, empfahl die Verwendung von Hammeldärmen zur Infektions- und Empfängnisverhütung. Ihm wird die Namensgebung zugeschrieben, obwohl es auch andere Erklärungen zur Namensherkunft gibt.
Casanova, der bekannteste Liebhaber der Geschichte, benutzte stets seine „redingote anglaise”, seinen „englischen Reitmantel“ für den Liebesakt. Einen wirklich hochwertigen Schutz boten diese Kondome allerdings nicht.
Im 19. Jahrhundert wurde es durch die Entwicklung des Verfahrens der Vulkanisation möglich, Gummi herzustellen, das wasser-, wärme- und kältefest, sowie bruchstabil ist. Die ersten Kondome waren noch mit einer Naht zusammengeschweißt und hatten eine Dicke von 1-2mm, kein Vergleich zu den heutigen Kondomen mit Wandstärken von 0,05 – 0,07mm.
Die Herstellung wurde im 20. Jahrhundert perfektioniert. Aber trotz unbestrittener Wirksamkeit gegen Infektionen und zur Verhütung war das Kondom vielerorts noch bis Mitte des Jahrhunderts verboten und verpönt.
Die meisten Kondome sind aus Naturkautschuk, Latex hergestellt. Aufgrund von Latexallergien, wurde die Entwicklung von Alternativen notwendig. Deshalb gibt es heute auch Kondome aus Polyethylen (PE) und Polyurethan (PUR), also latexfreie Kondome. Diese sind stabiler als Latexkondome und sind darüber hinaus, im Gegensatz zu Latexkondomen, auch mit fett-/ölhaltigen Gleitmitteln einsetzbar.