Primo-Infektion
Nach einer HIV-Infektion vermehrt sich das Virus schnell und verbreitet sich im Organismus bevor das Immunsystem reagieren kann. Dies nennt man die Phase der Primo-Infektion.
Ungefähr 70% der Neuinfizierten leiden 2 – 3 Wochen nach der Ansteckung an grippeähnlichen Symptomen:
Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten, etc. Diese Symptome verschwinden nach wenigen Tagen oder Wochen von selbst. Das heisst aber auch, dass knapp ein Drittel aller Neuinfizierten überhaupt keine Symptome spüren.
Während der Phase der Primo-Infektion ist das Virus äusserst aktiv und die Person höchstansteckend. Derzeit geschieht die Hälfte der Neuansteckungen bei Männern, die Sex mit Männern haben, durch Partner in der Phase der Primo-Infektion, die nicht wissen, dass sie infiziert sind.
Asymptomatische und symptomatische Phase
Das HIV kann über Jahre, manchmal bis zu 10 Jahren, im Körper aktiv sein bevor Symptome auftauchen. Dann ist das Immunsystem geschwächt und es kommt zu Infektionskrankheiten. Die Symptome sind jedoch unspezifisch: Fieber, Nachtschweiss, Gewichtsverlust, angeschwollene Lymphknoten, anhaltender Durchfall, Schwindel oder Erbrechen, Müdigkeit, Pilzerkrankungen im Mund (Candidose), Entzündung der Rachenschleimhaut, etc.
Aids
Im Laufe der Zeit wird das Immunsystem weiter geschwächt und es kann sich selbst gegen einfache Infektionen nicht mehr wehren. Infektionen profitieren von der Schwäche und nisten sich im Organismus ein. Deshalb spricht man im Zusammenhang mit Aids von opportunistischen Infektionen. Dazu gehören Pneumocystis-Pneumonie, Toxoplasmose, Legionärskrankheit, CMV-Infektion der Augen, Kaposi-Sarkom, Candidosen im Mund und neurologische Probleme, etc.
Während der Phase Aids wechseln sich akute Perioden, die oft im Spital behandelt werden müssen, mit gesunden Perioden ab. Aids ist die letzte Etappe der Entwicklung einer HIV-Infektion und kann mehrere Jahre dauern.