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Bareback

Der Begriff Bareback oder eben Barebacking ist aus dem Rodeojargon entlehnt, wo es das Reiten ohne Sattel bezeichnet. In der Schwulenszene hat sich Bareback als Bezeichnung für Analverkehr ohne Kondom durchgesetzt.

Die Gründe fürs Barebacking sind sehr unterschiedlich. Einerseits gibt es eine Bewegung, die sehr bewusst und quasi ideologisch die Safer Sex-Regeln ablehnen. Barebacking wird hier als „Freiheitslehre“ gegen die „Kondommoral“ vertreten. Andere bezeichnen Sex ohne Kondom einfach als natürlicher oder gefühlsvoller. Oder aber man schützt sich meistens, hat aber doch ab und zu das Verlangen nach Sex ohne Kondom. Die Tatsache, dass Aids weniger präsent ist und die HIV-Infektion praktisch als kontrollierbar wahrgenommen wird, kann auch ein Grund sein fürs Barebacking. Zudem wird auch argumentiert, dass Analverkehr ohne Kondom, bei dem ausschliesslich HIV-positive Personen teilnehmen, keine zusätzliche Gefahr bedeute. Auch in Pornos wird zunehmend auf den Gebrauch von Kondomen verzichtet. Damit kommt die Industrie offensichtlich einer Nachfrage entgegen.

Analverkehr ohne Kondom hat es zweifellos immer gegeben, schon bevor der Begriff Bareback modern wurde. Er hat nur ein Gesicht bekommen. Das Phänomen sollte nicht überbewertet werden.

Doch alle Studien deuten darauf hin, dass Männer, die Sex mit Männern haben, beim Ficken zunehmend auf das Kondom verzichten. Statistiken zeigen auch, dass HIV sich weiterhin stark verbreitet. Tatsache ist auch, dass eine HIV-Infektion nachwievor nicht geheilt und rückgängig gemacht werden kann.

Du bist HIV-negativ und denkst HIV sei nicht mehr so gefährlich?

Eine HIV-Infektion kann noch immer nicht geheilt werden. Medikamente können die Vermehrung des Virus nur hemmen. Die Therapie greift stark in die Lebensgestaltung ein und die Nebenwirkungen der Medikamente sind oft heftig (Durchfall, Müdigkeit, Depression, etc.)

Du bist HIV-positiv und denkst Barebacking beinhalte für dich keine weiteren Risiken?

Andere sexuell übertragbaren Infektionen (Syphilis, Tripper, etc.) können die HIV-Infektion verschärfen. Das Kondom vermindert auch das Ansteckungsrisiko mit den meisten anderen STI stark.

Einzig das Kondom zusammen mit wasserlöslichem Gleitmittel schützt beim Ficken vor Infektionen mit HIV oder den meisten anderen STI.

Wenn du eine Risikosituation hattest, solltest du dich so schnell wie möglich, aber jedenfalls innerhalb von 72 Stunden zum Notfall im Spital oder zum Checkpoint begeben und eine PEP-Behandlung verlangen. PEP ist eine vorbeugende, medikamentöse Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten, die das Risiko einer allfälligen Infektion mit HIV senken – aber nicht ausschliessen – können. Der Erfolg ist umso besser, je schneller nach einer Risikosituation mit der Behandlung begonnen wird.

Teste dich regelmässig auf HIV und andere STI, vor allem wenn du oft wechselnde Sexpartner hast.